Defekte Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll. Für sie gibt es Sammelstellen wie hier am Entsorgungszentrum in Geldern-Pont. (Foto: Alexandra Kempka)

Abfallbilanz: Mengen im Kreis Kleve sind rückläufig

23. September 2026 – Im Jahr 2025 wurden im Kreis Kleve insgesamt weniger Abfälle entsorgt. Nach Analysen der Kreis-Kleve-Abfallwirtschaftsgesellschaft (KKA) ging die Menge um 11,2 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent) zurück, wobei hier ein Sondereffekt zu berücksichtigen ist: Der Rückgang im Bereich „deponierte Abfälle, inerte und produktionsspezifische Bauabfälle“ liegt bei 85,8 Prozent, da in diesem Bereich ein Großprojekt ausgelaufen ist. Um diese Position bereinigt liegt die Gesamtbilanz für die Abfallmenge im Kreis Kleve bei -4,2 Prozent.

Weniger Bio- und Grünabfälle im Kreis

Während die Bio- und Grünabfälle im Vorjahr noch geringfügig zugelegt hatten, sind sie 2025 um 9,3 Prozent gesunken auf jetzt 35.427 Tonnen. Die Gründe dafür können vielfältig sein, da insbesondere Grünabfälle von zahlreichen Rahmenbedingungen abhängig sind wie dem Wetter, das im Jahr 2025 deutlich trockener war als im Vorjahr. Auch die zunehmende Anzahl von Mährobotern wirkt sich aus: Der Rasenschnitt verbleibt auf dem Grundstück und wird nicht regelmäßig über die Biotonne entsorgt. „Wir sind sicher, dass der Bioabfall noch viel Potenzial hat – auch, weil immer noch zahlreiche Küchenabfälle im Restmüll landen“, sagt KKA-Geschäftsführer Jan Bußhaus. „Diese dürfen seit Mitte 2025 ebenfalls in die Biotonne.“ Ausgenommen sind allerdings rohe Fleisch- und Fischreste sowie Knochen. Diese gehören weiterhin in den Restmüll.

Auch übrige Haussammlungen sind rückläufig

Insgesamt zeigt der in den Haushalten eingesammelte Abfall rückläufige Tendenzen, zusammengefasst 4,9 Prozent weniger als 2024. Mit 62.671 Tonnen liegt der Rest- und Sperrmüll 2,3 Prozent unter dem Vorjahr, Papier und Pappe wurden 5,7 Prozent weniger eingesammelt (17.269 Tonnen), Leichtverpackungen (Gelber Sack/Gelbe Tonne) lagen mit 11.058 Tonnen rund 3,6 Prozent unter dem Vorjahr und Verpackungsglas ging bei 6.514 Tonnen um 4,5 Prozent zurück. „Bei Pappe und Papier zeigt sich der seit Jahren rückläufige Trend, der durch den Rückgang von Printmedien wie Zeitungen und Zeitschriften, aber auch von Briefen, zu erklären ist“, erklärt Jan Bußhaus.

Der Rückgang in den anderen Fraktionen ist hingegen nicht eindeutig zu erklären. Zum Teil ist der leichte Bevölkerungsrückgang von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hierfür ursächlich.

Mehr Elektroschrott und Metall

Positiv zu sehen ist die um 6,9 Prozent gestiegene Erfassung von Elektroaltgeräten mit insgesamt 1.875 Tonnen. Festzustellen ist aber auch, dass deutlich mehr Elektrogeräte in Umlauf gebracht werden und so auch mehr entsorgt werden müssen. Beim Metall war 2025 ein Zuwachs von 10,7 Prozent (448 Tonnen) festzustellen. Beides sind Abfallfraktionen, die nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden sollen beziehungsweise dürfen. Insbesondere bei den defekten Elektrogeräten ist noch Luft nach oben: „Die meisten Bürgerinnen und Bürger entsorgen ihre Abfälle korrekt“, stellt Jan Bußhaus fest. „Aber gerade beim Elektroschrott sehen wir weiterhin viel Potenzial für höhere Sammelmengen und damit auch Informationsbedarf zu den richtigen Entsorgungswegen.“ Besonders zur Entsorgung von Elektroaltgeräten informiert die KKA verstärkt über ihre Social-Media-Kanäle sowie mit dem Infomobil auf Wochenmärkten im Kreisgebiet.  Die Wertstoffhöfe und Entsorgungszentren im Kreis bieten hierfür Sammelstellen an, aber insbesondere Kleingeräte können auch im Einzelhandel abgegeben werden. Zu erkennen sind die Rücknahmestellen an der Kennzeichnung „Elektrogeräte Rücknahme“, versehen mit einem grünen Steckersymbol mit zwei im Kreis verlaufenden Pfeilen.

Mit diesem Symbol sind die Rücknahmestellen für Elektroschrott gekennzeichnet. (Quelle: stiftung ear)

Abfallvermeidung als wichtigstes Ziel

Die KKA betrachtet die rückläufigen Sammelmengen bei den Siedlungsabfällen als gutes Signal. Dennoch gilt weiterhin, dass der beste Abfall immer noch der ist, der gar nicht erst entsteht. Darum fördert die KKA gezielt Initiativen, die Weiternutzung und Reparieren zum Ziel haben. Dazu gehören inzwischen zwölf Reparatur-Initiativen im Kreis (https://kkagmbh.de/repair-cafe) oder die Tafeln, die in zahlreichen Kommunen zu finden sind (https://kkagmbh.de/tafeln). Auch die gemeinnützig tätige Organisation Labdoo wird von der KKA durch die Sammlung gut erhaltener Laptops, Tablets und E-Reader unterstützt, zuletzt im Herbst 2025 mit einer Aktion in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren Kreis Kleve. Labdoo bereitet die Geräte auf und gibt sie mit spezieller Bildungssoftware ausgestattet an entsprechende Organisationen weiter. „Wir sind in vielen Bereichen im Kreis Kleve auf einem guten Weg“, sagt Jan Bußhaus. „Wir sehen aber auch noch große Chancen in weiteren Maßnahmen zur Abfallvermeidung, beispielsweise in einer Ausweitung von Mehrweglösungen oder verstärkten Tausch- und Second-Hand-Märkten.“

Die KKA bietet neben der eigenen Website auch über den Newsletter sowie die Social-Media-Seiten auf Facebook und Instagram gute Möglichkeiten, auf dem Laufenden zu bleiben.

telefonsymbol Abfallberatung
02825 | 903420
telefonsymbol zum Newsletter