“To Go” – Wohin führt die Mehrweg-Pflicht?

16.08.2021


Um die großen Mengen Abfall aus Einweg-Verpackungen des „To-go“-Verzehrs zu reduzieren, treten ab 2023 gesetzliche Änderungen und Vorgaben im Bereich der Verpackungen von Speisen und Getränken für den Außer-Haus-Verkauf in Kraft.

Aus diesem Grund hat die KKA GmbH, zusammen mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, DEHOGA Nordrhein e.V. und der Kreishandwerkerschaft Kleve alle Betroffenen aus Handwerk, Gastgewerbe und Kommunen zu einer Veranstaltung zum Thema „To Go – Wohin führt die Mehrwegpflicht“ eingeladen.

Viele sind der Einladung gefolgt und am 20. September zum Bürgerhaus in Uedem gekommen, um sich zu informieren.
Nach der Begrüßung durch Herrn Janßen, Geschäftsführer der KKA GmbH, hat Herr Dr.-Ing. Tulke, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der Abfallwirtschaft Region Rhein-Ruhr-Wupper e.V., über die anstehenden Änderungen gemäß dem Verpackungsgesetz berichtet. Demnach müssen ab 2023 als Alternative zu Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und jeglichen Einweggetränkebechern auch Mehrwegalternativen zum Außer-Haus-Verzehr angeboten werden. Erleichterungen gibt es für kleinere Unternehmen, die nicht mehr als fünf Beschäftigte und max. 80 m² Verkaufsfläche haben. Diese müssen dann allerdings mitgebrachte Mehrwegbehältnisse befüllen.

Anschließend wurden von der Abfallberaterin Frau Gertrud Kannenberg von der KKA GmbH verschiedene Mehrweg-Poolsysteme vorgestellt. Diese unterscheiden sich vor allem dahingehend, dass es Anbieter gibt, die mit dem klassischen Pfandsystem arbeiten und Anbieter, die mit einer App arbeiten und von Kund*innen erst bei zu langer Ausleihe Entgelte verlangen.
Zudem wurde die Initiative „Einmal ohne, bitte“ vorgestellt. „Einmal ohne, bitte“ ist ein Label, das Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Käsetheken usw. erhalten, wenn dort das mitgebrachte Gefäß befüllt wird. Teilnehmende Betriebe können dies Ihren Kund*innen durch einen Sticker der Initiative in Ihren Schaufenstern mitteilen und werden auf einer Online-Karte gelistet.
Nachdem Herr Rieks, Vertreter der Vytal Global GmbH, das App-basierte Mehrwegsystem Vytal vorgestellt hat, gab es einen Praxisbericht von Herrn Borghs, Geschäftsführer der Borghs GmbH & Co. KG. Dieser nutzt seit etwa einem Jahr das Poolsystem reCIRCLE für den Mittagstisch in seiner Fleischerei. Hauptmotivationsgrund für ihn war die Abfallvermeidung. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, wenn möglichst viele Betriebe einer Region den gleichen Poolanbieter nutzen, um die Kundenakzeptanz und Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Herr Borghs stellte die überwiegend positive Resonanz auf die Mehrwegboxen heraus und sieht hier noch Handlungsbedarf zu einer flächendeckenden Einführung, auch seitens der Kommunen.
Zuletzt gab es einen Praxisbericht aus der Stadt Geldern, die bereits ein einheitliches Mehrweg-Poolsystem unterstützt. Dazu berichtete Frau Segref, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Geldern, über die Einführung des Systems Vytal und die Bewerbung des Mehrwegsystems. Gastronomiebetriebe in Geldern werden durch Übernahme des Einstiegsbeitrages bei Vytal zur Teilnahme motiviert.

Insgesamt freuen die Veranstalter sich über die rege Beteiligung und die positive Resonanz der Veranstaltung und werten nun das Feedback aus. Ziel ist es, ein möglichst einheitliches Mehrweg-System im Kreis Kleve zu etablieren und Kooperationspartner*innen für die Initiative „Einmal ohne, bitte“ zu finden. Eine weitere Zielsetzung ist es, Betroffene für das Thema zu sensibilisieren und über die Notwendigkeit des Handelns noch vor 2023 zu informieren.
Die Vorträge haben wir hier für Sie bereitgestellt (siehe unten). Den Vortrag der Firma Vytal können wir leider nicht online zur Verfügung stellen, aber Sie finden viele Informationen auf deren Website.
Gerne können Betroffene uns auch den Feedbackbogen, ob sie Interesse an einem Mehrwegsystem haben, zukommen lassen. Diesen können Sie ausgefüllt an abfallberatung@kkagmbh.de schicken.

Bei Fragen können Sie sich gerne per Mail oder telefonisch bei uns melden: 02825 9034-20

 

Antenne Niederrhein hat in seiner Sendung am 19.09.2021 im Vorfeld über diese Veranstaltung berichtet und alle Beteiligten interviewt. Die Interviews können Sie sich hier anhören.

 

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