Mehrweg To Go

Warum Mehrweg?

Gerade in Corona-Zeiten ist es populär geworden, sich Getränke und Essen zum Mitnehmen (“To Go”) zu bestellen. Hierbei fallen allerdings eine Vielzahl an Einwegverpackungen an, die nach einmaliger Nutzung im Müll oder in der Umwelt landen. Die Lösung für nachhaltigen “To-Go”-Verzehr stellen Mehrwegverpackungen, sowohl für Getränke als auch für Essen zum Mitnehmen, dar. Hiermit werden Verpackungsmüll und somit Ressourcen eingespart. Auch tragen diese zur Stadtsauberkeit bei, da ein Großteil des Straßenmülls aus Einwegverpackungen besteht.

Aufgrund der ökologischen Vorteile von Mehrwegverpackungen müssen diese ab 2023 für den Außer-Haus-Verzehr laut dem Verpackungsgesetz verpflichtend angeboten werden.

Neuregelungen ab 2023

Ab 2023 treten neue Regelungen des Verpackungsgesetzes in Kraft.

Diese sehen vor, dass der/die Inverkehrbringer*in neben Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und/oder Einweggetränkebechern (unabhängig vom Material), ebenfalls Mehrwegverpackungen als Alternative abieten muss. Für die Mehrwegverpackungen dürfen dabei keine schlechteren Bedingungen oder höhere Preise vorhanden sein. Das heißt, dass z.B. keine größere Auswahl bei Einwegverpackungen, kein schlechterer Preis bei Mehrwegverpackungen und kein Treue-/Bonussystem nur bei Einwegverpackungen angeboten werden dürfen. Zudem muss ein Hinweis auf die Mehrwegverpackungen in der Verkaufsstelle und beim Lieferservice auch im jeweiligen Darstellungsmedium (z.B. Internet, Flyer) gegeben werden.

Eine Erleichterung der Vorgabe gibt es für kleine Unternehmen mit nicht mehr als fünf Beschäftigten und einer Verkaufsfläche bis maximal 80 m². Diese müssen kein eigenes Mehrwegsystem anbieten, jedoch müssen diese anbieten, selbst mitgebrachte Mehrweggefäße zu befüllen.

§33 VerpackG       §34 VerpackG

Poolanbieter von Mehrwegsystemen

Unter einem Poolsystem werden Mehrweggefäße verstanden, die von einem Dienstleistungsunternehmen oder einer Organisation bereitgestellt werden. Dabei erhalten Gastronom*innen die Gefäße vom Systemanbieter und geben diese an die Kund*innen weiter. Kund*innen können dieses Gefäß dann bei allen Betrieben zurückgeben, die den gleichen Systemanbieter nutzen.

In der Tabelle sehen Sie eine Übersicht verschiedener, am Markt verfügbarer Poolanbieter von Mehrwegsystemen. Diese unterscheiden sich hauptsächlich bzgl. des Rücknahmesystems. Während manche auf das klassische Pfandsystem setzen, arbeiten andere Anbieter mit einer App, sodass nur Geld bezahlt werden muss, wenn die Mehrwegbehältnisse nicht rechtzeitig wieder zurückgegeben werden.

Eine Übersicht über die Poolanbieter von Food-to-go und Coffe-to-go bietet auch die Deutsche Umwelthilfe e.V.:

Poolsysteme für Mehrwegboxen

Poolsysteme für Mehrwegbecher

 

“Einmal ohne, bitte”

Die einfachste Möglichkeit zur Nutzung von Mehrweggefäßen ist das Mitbringen eines eigenen Bechers oder einer eigenen Box. Das Getränk oder Essen wird dann direkt in dieses Gefäß gefüllt. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat einen Einkaufsführer erstellt, der die Vor- und Nachteile von Gefäßen aus unterschiedlichen Materialien aufzeigt: Einkaufsführer Mehrweg to go.

Mit dem Label “Einmal ohne, bitte” können Betriebe, bei denen verpackungsfrei eingekauft werden kann, darauf hinweisen, dass dort mitgebrachte Mehrweggefäße befüllt werden (sowohl beim warmen Mittagsessen, als auch in der Bäckerei oder an der Käse- und Wursttheke). Die KKA unterstützt als Städtepartnerin die Initiative “Einmal ohne, bitte”. Betriebe, die Interesse an diesem Label haben, können sich gerne bei uns melden (02825/903423 oder abfallberatung@kkagmbh.de). Wenn die Kriterien zum verpackungsfreien Einkauf erfüllt werden, bekommt der Betrieb einen Sticker mit dem Label für sein Schaufenster und wird auf einer Online-Karte gelistet.

Hygienische Bedenken?

Brauchen Sie nicht zu haben!

Der Lebensmittelverband Deutschland hat Leitlinien, Lehrvideos und Merkblätter zum problemlosen hygienischen Umgang mit Mehrwegbehältnissen herausgegeben.

Merkblatt “Coffee to go”-Becher

Merkblatt Mehrwegbehältnisse

Merkblatt “Pool-Geschirr”

Die Lehrvideos finden Sie auf der Seite des Lebensmittelverbandes Deutschland.

Unsere Informations-Veranstaltung

Im September 2021 haben wir zusammen mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, der DEHOGA Nordrhein und der Kreishandwerkerschaft Kleve von der Mehrwegpflicht betroffene Betriebe zu einer Informationsveranstaltung zu Mehrweg eingeladen. Dabei wurden über die kommenden Neuerungen ab 2023 und die verschiedenen Möglichkeiten von Mehrwegsystemen berichtet sowie Praxisbeispiele aus der Gastronomie und einer Kommune gegeben. Die Präsentationen stehen Ihnen zum Download zur Verfügung.

Sie interessieren sich auch für ein Mehwegsystem?

Dann füllen Sie doch gerne unseren Fragebogen aus und schicken diesen an abfallberatung@kkagmbh.de. Mit Ihrem Feedback hoffen wir, ein einheitliches Mehrwegsystem im Kreis Kleve etablieren zu können.

Bisher eingegangenes Feedback:

Wir freuen uns über jeden Betrieb, der durch die Einführung eines Mehrwegsystems zur Ressourcenschonung und Stadtsauberkeit beiträgt!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

telefonsymbol Abfallberatung
02825 | 903420
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